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Foucault

Das neue politische Buch

Europa2
















Der Titel schliesst an Camus' Verteidigung der Freiheit (1960) an und an Arendts grosen moralphilosophischen Essay Eichmann in Jerusalem - Bericht von der Banalität des Bösen (1963). Der Untertitel spielt mit Nitzsches Die Geburt der Tragödie aus dem  Geiste der Musik (1862), ähnlich wie der Untertitel meines Buches Sexyness als Kommunikation - Die Geburt der Sexualität aus dem Geist der Massenmedien  2016.

Philosophie

Politische Philosophie

zum Buch:

Als politischer Philosoph wird Foucault kaum wahrgenommen: Seine Machtanalytik schien der Sozialphilosophie nahezustehen, sein Entwurf des Subjekts im Spätwerk einer Kulturphilosophie. Bisher orientiert sich die politische Philosophie entweder an der Souveränität (Carl Schmitt) und am natürlichen Guten (Leo Strauss) oder normativ an der Gerechtigkeit (John Rawls). Doch Foucaults Vorlesungen über die Gouvernementalität diagnostizieren eine Transformation der Souveränität in eine an der Bevölkerung orientierte Verwaltungstätigkeit, so dass Biopolitik die ‚große Politik‘ (Nietzsche) ersetzt. Schon im Frühwerk generiert sich die Macht mikrologisch und somit im Individuum, argumentiert er genealogisch, womit er sich strukturell jedem Identitätsdenken entzieht. Nicht erst im Spätwerk wird Politik auch zivilgesellschaftlich und außerinstitutionell dort gemacht, wo Prozesse der Emanzipation stattfinden, wo das Individuum politisch das Wort ergreift. Somit schreibt Foucault ähnlich wie Hannah Arendt die politische Philosophie einer pluralistischen partizipatorischen Demokratie. In der Tradition von Spinoza und Nietzsche vollendet Foucault die Wende der politischen Philosophie hin zum Individuum, ähnlich wie Lévinas die Ethik strukturell verschiebt. Daran schließen Judith Butler, Jacques Rancière und Giorgio Agamben an.

Aktuelles Thema

Involution und Revolution – Medien, Bildung, Politik

Bildung scheint ein überholter Begriff zu sein. Aber er könnte eine relativ neue Bedeutung gewinnen, wenn man ihn unter Individualisierungsbedingungen aus seinen etatistischen Fesseln löst und ihm zumindest partiell einen individualistischen Sinn verleiht und zwar vor dem Hintergrund der Medienentwicklung. Medien sind nämlich das Bindeglied zwischen Bildung und Politik. Ohne Medien gibt es keine Politik: ohne den ödipalen Klumpfuß keine Befreiung Thebens von der Tyrannis der Sphinx, die fast alle Spuren lesen kann, bis auf die verkrüppelte des Ödipus; ohne Sprache keine Frage der Gerechtigkeit, also keine Politik; daraus folgt, wer nicht elaboriert sprechen und nicht schreiben kann, hat keinen Anteil an der Politik. Ergo Medien – Sprache, Schrift, Rundfunk, Internet – konstituieren die Politik – und machen dadurch Bildung für die Politik unabdingbar, und d.h. auch immer schon Medienbildung, wiewohl in einem weiten Wortsinn. 
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